Russland

Russland stellt Zigarettenhersteller JTI unter vorübergehende Verwaltung

Moskau hat die russischen Vermögenswerte des japanischen Tabakunternehmens JTI unter vorübergehende Verwaltung gestellt. Die Firma ist seit 1999 in Russland tätig. Seit 2007 ist JTI Marktführer auf dem russischen Tabakmarkt. Auf das Land entfielen etwa 20 Prozent des Gesamtgewinns des Unternehmens.
Russland stellt Zigarettenhersteller JTI unter vorübergehende VerwaltungQuelle: Gettyimages.ru

Moskau hat das Russland-Geschäft von Japan Tobacco International (JTI) unter die vorübergehende Verwaltung der Aktiengesellschaft Promyschlennyje Aktiwy gestellt. Der russische Präsident Wladimir Putin hat am Donnerstag einen entsprechenden Erlass unterzeichnet.  

Das Unternehmen JTI, das Zigaretten und weitere Tabakwaren herstellt, gehört zum japanischen Konzern Japan Tobacco Group. Auf dem russischen Markt ist JTI unter anderem mit den Zigarettenmarken Winston, Camel, Sobranie und LD vertreten.

In Russland hat das Unternehmen vier Betriebe: zwei Fabriken für Fertigprodukte in Sankt Petersburg und Rostow am Don sowie zwei Werke zur Verarbeitung von Rohtabak in den Gebieten Lipezk und Leningrad. An den Produktionsstätten und in den Büros von JTI in Russland sind rund 4.000 Mitarbeiter tätig.

Das JTI ist seit 1999 auf dem russischen Markt vertreten. Seit 2007 ist das Unternehmen Marktführer auf dem russischen Tabakmarkt. Im Jahr 2018 übernahm der Hersteller das führende russische Tabakunternehmen Donskoi Tabak, wodurch er seine führende Marktposition in Russland weiter stärken konnte.

Im März 2022, nach dem Beginn der militärischen Sonderoperation Russlands in der Ukraine, kündigte die russische Niederlassung von JTI an, Investitionen in die russische Wirtschaft auszusetzen.

Im Mai 2024 gab der Vorstandschef von Japan Tobacco, Masamichi Terabatake, bekannt, dass das Unternehmen sein Russlandgeschäft beibehalten werde, um die Investoren zufriedenzustellen. Obwohl es sich für eine Fortführung der Geschäftstätigkeit entschieden habe, habe es aber sämtliche Investitions- und Marketingaktivitäten in Russland ausgesetzt, so Terabatake. Aufgrund der Sanktionen, die gegen Russland verhängt wurden, habe das Unternehmen die Lieferketten umgestellt.

In einem Gespräch mit Financial Times merkte er zudem an, dass etwa 20 Prozent des Gesamtgewinns des Unternehmens auf Russland entfielen. Der Gesamtgewinn des Russland-Geschäfts des Unternehmens belief sich im Jahr 2023 auf drei Milliarden US-Dollar.

In den vergangenen Monaten wurden die russischen Vermögenswerte einer Reihe ausländischer Unternehmen, darunter Metro Cash & Carry, Auchan und Nestlé, unter eine vorübergehende Verwaltung gestellt. Russland "nimmt niemandem etwas weg, stiehlt nichts und verstaatlicht nichts", erklärte Präsident Wladimir Putin in Bezug auf ausländische Vermögenswerte, die unter externe Verwaltung gestellt wurden. Gegenteilige Behauptungen bezeichnete er als "Lüge und Provokation". Auf die Frage, ob ausländische Firmen ihre Vermögenswerte zurückerhalten könnten, antwortete er bejahend. Die Einführung einer externen Verwaltung bei ausländischen Unternehmen begründete er mit der Schaffung von Bedingungen, unter denen Russland "im Falle einer Verstaatlichung oder […] Plünderung unserer Unternehmen spiegelbildlich" reagieren könnte.

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