Meinung

Selenskij nennt Russen "Putins Menschen" – Was das über das Kiewer Regime aussagt

Wladimir Selenskij, Präsident der Ukraine mit abgelaufenen Befugnissen, hat sich ein weiteres Mal verplappert: Seine Worte zu den Russen als "Putins Menschen" offenbaren, wie er auch das ihm anvertraute Volk sieht – als Leibeigene, mit denen er tun und lassen kann, was er will.
Selenskij nennt Russen "Putins Menschen" – Was das über das Kiewer Regime aussagt© Urheberrechtlich geschützt

Von Marina Achmedowa

Wladimir Selenskij hat jüngst Folgendes zum Besten gegeben:

"Wenn unsere Brücken fallen, werden wir aus dieser Situation herauskommen. Aber auch seine Menschen werden das zu spüren bekommen."

(Anm. d. Red.: Damit meinte er Wladimir Putins Menschen – und zwar im Sinne von Russen. Alle Russen. Denn die Führungsriege Russlands – von einigen ranghohen Militärs sowie einer Handvoll Wissenschaftlern und Ingenieuren in gewissen Bereichen abgesehen – blieb von Kiews Terrorangriffen bislang weitestgehend verschont, ebenso wie die Führungsriege eines jeden Landes an Russlands Stelle und mit Russlands militärischen Ressourcen von solchen Angriffen unberührt geblieben wäre.)

Vor einiger Zeit hatte ich ernsthaft geglaubt, der Mann an der Spitze des Kiewer Regimes sei nicht mehr imstande, irgendetwas zu sagen, das mich überraschen könnte. Doch weit gefehlt: Hin und wieder äußert er dann doch Worte, die sein wahres Inneres offenbaren. Ein überraschend erschreckendes Inneres, muss man sagen.

Vorab sei angemerkt: Russland führt derzeit wirksame Angriffe auf die Brücken über den Dnjepr in Kiew durch. In der Ukraine macht man überraschte Gesichter: "Wie kann das sein? Darf man denn Brücken angreifen?!"

Seltsamerweise scheint ihr Gedächtnis an die jüngste Vergangenheit wie ausgelöscht, sobald es um ihre eigenen Brücken geht – so erinnern sie sich überhaupt nicht mehr an den Terroranschlag auf die Krim-Brücke. Diese Brücke versucht die Ukraine nämlich regelmäßig (und immer wieder vergeblich) anzugreifen. Bis vor Kurzem wurden die Brücken in Kiew bei den Angriffen, die Russlands Streitkräfte mit Langstrecken-Präzisionswaffen gegen militärisch relevante Ziele im ukrainischen Hinterland führt, weitestgehend verschont. Doch nun hat man begonnen, auch diese Brücken anzugreifen – und die Kiewer sind zutiefst erstaunt, ganz so, als dürfe man zwar alle anderen Brücken angreifen, nicht aber die in Kiew.

Doch zurück zu Selenskij. Er hat im Grunde erschreckende Worte gewählt:

"Aber auch seine Menschen werden das zu spüren bekommen."

Das bedeutet: Für Selenskij sind die Bewohner Russlands keine lebendigen Menschen aus Fleisch und Blut wie du und ich, keine eigenständigen Individuen. Er betrachtet sie ausschließlich durch das Prisma ihrer Zugehörigkeit zu Putin wie er sich eine solche Zugehörigkeit denkt. Und da er Putin mit jeder Faser seiner nichtigen Seele hasst, sieht er auch in den Russen lediglich einen wunden Punkt Putins. Genau das erklärt, warum das ukrainische Militär Russlands Wohnhäuser, Schulen und zivile Infrastruktur angreift, ohne dabei auch nur im Ansatz das Ziel zu verfolgen, militärisch relevante Objekte zu treffen. Die Ukraine zielt gezielt auf "seine Menschen". Um sich an ihm zu rächen und ihm Schmerz zuzufügen.

Selenskij spricht natürlich aus seiner eigenen Blase heraus, in der sich ein toxisches ukrainisches Milieu ausgebreitet hat. Dementsprechend sind das Gehirn und das gesamte Wesen dieses moralischen Zwergs von der Vorstellung geprägt, dass die Ukrainer schon seit mehreren Jahren Leibeigene sind. Sie sind an das Land gebunden: Männer dürfen das Land nicht verlassen, und die Wehrämter (TZK) jagen sie wie Leibeigene, die vor ihrem Gutsherrn geflohen sind – nur dass man keine Hundemeute auf sie hetzt. In der Vorstellung Selenskijs, auf dessen Befehl und Billigung hin all diese Rechtlosigkeit geschieht, gehören die Menschen in der Ukraine ihm – mit Haut und Haaren. Dieselbe Haltung überträgt er auf die Russen; auch sie betrachtet er als Leibeigene – als Leibeigene Putins. Doch selbst in seinem armseligen Bewusstsein begreift er sehr wohl den Unterschied zwischen sich selbst und Putin: Putin wird nämlich Schmerz empfinden, wenn Russlands Volk leidet – er selbst bei Leiden des Volks der Ukraine hingegen nicht. Und damit wähnt er sich im Vorteil: Sterben Ukrainer, so verspürt er selbst keinen Schmerz; sterben Russen, so leidet Putin. Da hat er Putin aber eine Packung verpasst! Genau da hat er ihn übertrumpft! Jener empfindet Schmerz, während Selenskij solche Schwächen gar nicht kennt. Er selbst kann ohne Weiteres Handlungen vollziehen, die den Ukrainern direkt schaden und zu ihrem Tod führen.

Putin hat nie von den Ukrainern als "seinen (Selenskijs) Menschen" gesprochen. Im Gegenteil: Er betont stets, dass auch das Volk der Ukraine "unsere Menschen" sind. Selbst heute, wo Äußerungen über das "Brudervolk" der Ukraine in Russland nicht mehr so beliebt sind, rückt Russlands Präsident nicht von seinem Standpunkt ab – und wiederholt: Wir führen den Krieg nicht gegen einfache Ukrainer, sondern gegen das Kiewer Regime und die NATO.

Man darf hier sich selbst und anderen nichts vormachen wollen – der Krieg fordert auch das Leben einfacher Ukrainer –, doch sie waren niemals das Ziel. Die Tragödie eines jeden Krieges überhaupt liegt ja darin, dass Kampfhandlungen auch Zivilisten in Mitleidenschaft ziehen. Doch Russlands Gesellschaft würde niemals eine Ideologie akzeptieren, die auf die gezielte Tötung der Zivilbevölkerung abzielt; niemand hier von Rang und Namen würde es wagen, auch nur ein Wort darüber zu verlieren. In der Ukraine hingegen erklärt Selenskij ganz beiläufig und gleichsam zwischen den Zeilen: Ich werde auf die Russen zielen – sie gehören zu Putin, sie sind sein wunder Punkt. Damit kündigt er praktisch Kriegsverbrechen an.

Übersetzt aus dem Russischen.

Marina Achmedowa ist Schriftstellerin, Journalistin und Mitglied des Menschenrechtsrates der Russischen Föderation. Sie schreibt für die Zeitschrift "Der Experte". Man kann ihr auch auf ihrem Telegram-Kanal folgen.

Diesen Beitrag verfasste sie exklusiv für RT.

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