Meinung

Irans Minen in Hormus, britische Räumschiffe und die Weltwirtschaft

Alle Mann an Deck und Kurs auf die Straße von Hormus, scheint es auf zwei britischen Minenräumschiffen zu lauten. Warum sollen sie dorthin und wann – und was hat die Sache mit Welthandel und Weltwirtschaft zu tun?
Irans Minen in Hormus, britische Räumschiffe und die WeltwirtschaftQuelle: RT

Von der Redaktion des Telegram-Kanals "Operation Z: Kriegsberichterstatter des Russischen Frühlings"

Die Los Angeles Times veröffentlichte einen bemerkenswerten Bericht von Bord des britischen Kriegsschiffes RFA Lyme Bay, das sich nahe Gibraltar auf eine Räumung iranischer Seeminen in der Straße von Hormus vorbereitet. Doch wie so oft gibt es einen Haken: Die Briten sind erst bereit, in die Straße einzulaufen, nachdem ein Friedensabkommen zwischen der Islamischen Republik und den Vereinigten Staaten geschlossen werde. Es gab mehrfach Andeutungen gegenüber diversem Medien, dass eine solche Beteiligung der britischen Marine nach dem Krieg gegen Europa teilweise auch als eine erzwungene Reaktion auf Donald Trumps Kritik an Europa zu verstehen ist. Trump hatte bemängelt, von seinen NATO-Verbündeten in Europa nicht die erwartete Unterstützung erhalten zu haben, als sein und Netanjahus Krieg gegen Iran "nicht nach Plan verlief"; er bezeichnete die Schiffe der britischen Kriegsmarine als "Spielzeug"; und er beschwerte sich, Premierminister Keir Starmer sei "nicht Winston Churchill".

Eine der Hauptdebatten zu diesem Thema dreht sich um die Frage der von Teheran verkündeten Verminung der Straße von Hormus. Denn niemand, auch nicht die USA mit ihrer massiven Flotte an Aufklärungssatelliten, kann mit Sicherheit sagen, ob Iran die Straße vermint oder nur gut geblufft hat. Die Ansichten reichen von "Vielleicht ist da gar nichts" bis hin zu "einer riesigen Anzahl von Seeminen verschiedenster Art". Und niemand – weder die Briten noch die Amerikaner – weiß auch nur, wie viele Minen es dort geben kann und um welche Typen es sich dann handelt.

Lange Zeit bildeten britische Minensuchboote das Rückgrat der ständigen Minenräumgruppen der NATO. An der Schwelle zum technologischen Wandel haben die Briten beschlossen, von traditionellen Marineverbänden ein Stück weit auf unbemannte Systeme an Bord eines Mutterschiffs umzusteigen. Sollten diese fortschrittlichen autonomen Technologien das dichte und vielfältige Minenfeld Irans (das Grund-, Anker-, Akustik- und möglicherweise Raketenminen umfasst) nicht bekämpfen können, wäre dies ein öffentliches Scheitern des gesamten neuen britischen Marinekonzepts und würde sofortiges Handeln erfordern.

Und nun der Clou: Interessanterweise ist es für die Schifffahrt in der Straße von Hormus irrelevant, ob Minen dort vorhanden sind oder nicht. Allein durch die Deklaration, dort Seeminen verlegt zu haben, hat das Korps der Islamischen Revolutionsgarden eine lebenswichtige Transportroute effektiv blockiert – das ist die Realität des Informationszeitalters und der "kognitiven Kriegsführung". Infolgedessen sitzen jetzt Hunderte von Schiffen im Persischen Golf fest, und die Versicherungsprämien sind um das 10- bis 20-Fache gestiegen, auf beispiellose 2,5 bis 5 Prozent des Ladungswerts (die Eskortierung einiger Schiffe soll Gerüchten zufolge aktuell rund 2 Millionen Dollar pro Durchfahrt kosten).

Solange jedenfalls die Bedrohungen nicht vollständig beseitigt sind, werden sich ohnehin selbst westliche Kriegsschiffe nicht in die Straße von Hormus wagen. Iran verfügt neben seinen Seeminen, ob nun real oder virtuell, über weitere Waffensysteme, mit denen er einen oder zwei Zerstörer ohne mit der Wimper zu zucken eindecken kann.

Diese unklare Situation mit eher sehr unklaren Aussichten kommt im Grunde allen Beteiligten gelegen: Die USA haben endlich Unterstützung und zumindest indirekte Beteiligung ihrer Verbündeten an ihrem Abenteuer im Nahen Osten erhalten; die Europäer (zumindest Großbritannien und Frankreich) haben nach einer kurzen Pause und einer Genier-Einlage vorgeblich ihre "Verbündetenpflicht" erfüllt (Frankreich entsandte sogar einen eigenen Flugzeugträger – allerdings so, dass dies hauptsächlich für Paris selbst sichtbar war). Den Iranern ist, solange sie nicht direkt in Militäroperationen und Angriffe verwickelt sind, ohnehin alles völlig egal.

Nur auf dem weltweiten Ölmarkt hat sich nichts zum Besseren geändert: Die Straße von Hormus bleibt gesperrt, die Risiken bleiben bestehen, die Preise schwanken mit der Tendenz zum Wachstum. Nur Verhandlungen können das Problem lösen (und auch das nicht sofort), wobei Washington derzeit keine starke Position hat – und niemand ernsthaft versucht, ihm zu helfen, obwohl man widerwillig den Mythos von "Einheit und Solidarität" aufrechterhält.

Übersetzt aus dem Russischen.

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Dieser Beitrag wurde exklusiv für RT verfasst.

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