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Moskau: Lawrows Fragen an Guterres zur Butscha-Inszenierung blieben unbeantwortet

Der UNO-Chef António Guterres hat die Fragen des russischen Außenministers Sergei Lawrow zur ukrainischen Provokation in Butscha ignoriert. Lawrow forderte unter anderem eine Erklärung, worauf die Vorwürfe gegen Moskau in einem UNO-Bericht beruhen. 
Moskau: Lawrows Fragen an Guterres zur Butscha-Inszenierung blieben unbeantwortet© Michael Brandt/picture alliance via Getty Images

UN-Generalsekretär António Guterres habe auf zwölf Fragen des russischen Außenministers Sergei Lawrow, die sich auf einen UN-Bericht zu den Ereignissen in Butscha im Jahr 2022 beziehen, nicht geantwortet. Dies erklärte Kirill Logwinow, Direktor der Abteilung für internationale Organisationen des russischen Außenministeriums, in einem Interview mit TASS. "Im April hat der Außenminister der Russischen Föderation, Sergei Lawrow, UN-Generalsekretär Guterres  zwölf konkrete Fragen gestellt, die sich auf einen 2022 veröffentlichten Bericht des Büros des UN-Hochkommissars für Menschenrechte bezogen. Auf keine dieser Fragen haben wir eine Antwort erhalten", sagte Logwinow.

Dem Diplomaten zufolge habe Moskau unter anderem eine Erklärung dafür gefordert, worauf die Vorwürfe gegen Russland beruhten und warum die UN-Vertreter bei der Erstellung des Berichts die Daten aus einer einzigen – ukrainischen – Quelle übernommen hätten, die nicht mehr zugänglich sei. 

Zudem habe die russische Seite auf Ungereimtheiten im Bericht hinsichtlich der Opferzahlen hingewiesen. "Es gibt keine Erklärung für die große Spanne bei der Zahl der Todesopfer: Im Bericht werden Zahlen zwischen 21 und 1.365 Personen genannt – eine 'Fehlerspanne' von mehr als 1.000 Menschen", merkte Logwinow an. 

Ferner sagte der Diplomat, dass die UNO sich "faktisch" geweigert habe, mit Moskau bei der Ermittlung der Inszenierung von Butscha zusammenzuarbeiten, und wies auf "widersprüchliche Vorwänden" seitens Guterres’ hin, den Vorgang "unter den Teppich zu kehren". "Guterres’ Voreingenommenheit im Kontext der Ukraine-Krise ist längst allgemein bekannt", stellte Logwinow fest.

Ende September hat Lawrow dem UN-Generalsekretär einen Bericht "Erben Goebbels’: Die Fälschung der Ereignisse in Butscha und blutige Inszenierungen des Kiewer Regimes" übergeben. Das Dokument wurde vom Internationalen Öffentlichen Tribunal vorbereitet. Nach Angaben der russischen Seite enthalte es Fakten, die darauf hindeuten, dass die Ereignisse von den ukrainischen Behörden und ihren NATO-Unterstützern inszeniert worden seien. Logwinow wies darauf hin, dass eine Anfang Oktober von der International Fact-Checking Network (IFCN) veröffentlichte Recherche die Schlussfolgerungen des Tribunal-Berichts bestätigt habe.

Logwinow berichtete zudem, dass Lawrow sich im Oktober erneut an den UN-Generalsekretär gewandt habe. Der russische Chefdiplomat habe eine Überprüfung des Berichts des Büros des UN-Hochkommissars für Menschenrechte gefordert, wobei die Erkenntnisse des Internationalen Öffentlichen Tribunals berücksichtigt werden sollten.

Das russische Verteidigungsministerium hatte Anfang April 2022 erklärt, dass die von Kiew veröffentlichten Foto- und Videomaterialien, die angeblich Verbrechen russischer Militärangehöriger in Butscha im Gebiet Kiew belegen sollen, eine ukrainische Provokation seien. "Während der Zeit, in der diese Ortschaft unter der Kontrolle der russischen Streitkräfte stand, wurde kein einziger Einwohner Opfer von Gewalttaten", hieß es in einer Stellungnahme der Behörde vom 3. April. Das Ministerium merkte an, dass sich die Bewohner von Butscha frei in der Stadt bewegen konnten, solange diese unter der Kontrolle der russischen Streitkräfte stand.

Die russischen Streitkräfte haben Butscha am 30. März verlassen. "Die sogenannten 'Beweise für Verbrechen' in Butscha tauchten erst am vierten Tag auf – zu dem Zeitpunkt, als Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes der Ukraine (SBU) und Vertreter des ukrainischen Fernsehens in der Stadt eintrafen", merkte die Behörde an.

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