Deutschland

Berlin: Mehrere Telekom-Autos in Flammen

Im Berliner Bezirk Lichtenberg standen in der Nacht zu Montag mehrere Autos eines Telekommunikationsunternehmens in Flammen. Die Feuerwehr konnte Schlimmeres verhindern. Der LKA-Staatsschutz der Hauptstadt hat das aufgetauchte Bekennerschreiben nun als "authentisch linksextremistisch" eingestuft.
Berlin: Mehrere Telekom-Autos in Flammen© Urheberechtlich geschützt

In einer Polizeimeldung wurde zu Wochenbeginn über die Zerstörung von insgesamt sechs "in Vollbrand stehende[n] Firmenfahrzeugen" der Telekom informiert. Die Berliner Feuerwehr musste dabei in der Nacht zum Montag mit einem Großaufgebot in den frühen Morgenstunden im Bezirk Lichtenberg anrücken. Einen Tag später berichtet der RBB darüber, dass ein im Internet aufgetauchtes Bekennerschreiben "als authentisch eingestuft" wurde. Der Staatsschutz des Berliner Landeskriminalamtes ermittelt laut einem Sprecher nun wegen des Verdachts einer politisch motivierten "linksextremistischen Tat".

Nach bisherigen Erkenntnissen bemerkte ein Passant am frühen Montagmorgen dieser Woche gegen 1.50 Uhr "einen Feuerschein auf dem eingezäunten Gelände eines Telekommunikationsunternehmens in der Landsberger Allee", wird in der Polizeimeldung zusammengefasst, und rief umgehend die Feuerwehr. Die Einsatzkräfte löschten nach Eintreffen insgesamt sechs in Flammen stehende Telekom-Firmenfahrzeuge. Die weiteren Ermittlungen des Berliner Landeskriminalamtes wurden wegen des Verdachts der gezielten Brandstiftung eingeleitet.

Dazu heißt es beim RBB am Tag nach dem Ereignis, dass der Staatsschutz mittlerweile von einer politisch motivierten Tat aus dem linksextremistischen Hauptstadtmilieu ausgehe. Weiter wird berichtet:

"Das Schreiben mit der Überschrift 'Feurige Abrüstungsmaßnahme bei der Telekom' wurde am Montag auf dem linksextremen Portal 'Indymedia' veröffentlicht. In dem Text heißt es, die Telekom plane die Entwicklung eines Drohnenabwehrsystems in Kooperation mit dem Rüstungskonzern Rheinmetall."

Laut den vermeintlichen Brandstiftern steht das attackierte "halbstaatliche Unternehmen mit seinen IT-Diensten für Verteidigungs- und Sicherheitsbehörden für die Verschränkung zivil-militärischer Technologien". Der aktuelle "Vorstoß in Richtung Rüstungsmarkt" weise jedoch "eine deutlich neue Dimension auf".

Die mutmaßlichen Brandstifter berufen sich dabei auf eine Pressemitteilung beider Unternehmen vom 11. Mai dieses Jahres. In dieser wurde angekündigt:

"Rheinmetall und die Telekom wollen gemeinsam einen Abwehrschirm gegen Drohnen und Sabotage entwickeln. Die Unternehmen wollen zusammen Städte und kritische Infrastrukturen in Deutschland schützen. Darauf verständigten sich die Unternehmen im Vorfeld der bevorstehenden Fachausstellung für Sicherheitstechnik AFCEA in Bonn."

Zuvor ermittelten die Kriminalbeamte laut Medienberichten vom Montag noch wegen unbekannter Brandstiftung, da "für ein mögliches Motiv es bislang noch keine Erkenntnisse gibt", wie ein Polizeisprecher auf B.Z.-Nachfrage zu Protokoll gab. Die Berliner Gewerkschaft der Polizei (GdP) kritisierte über ihren Sprecher auf X nach Bekanntwerden des Bekennerschreibens im Internet:

"Pünktlich nach dem Aufstehen haben die Weltuntergangsverschwörer mal wieder ein Pamphlet zusammengeschustert und auf der einschlägig bekannten Plattform veröffentlicht, um diesen sinnfreien Nonsens zu rechtfertigen." 

Genau vor einem Jahr hatten die Hauptstadtmedien bereits darüber berichtet, dass in den Bezirken Lichtenberg und Neukölln parallel "in der Nacht Transporter von Amazon und Telekom brannten". Auch in diesem Fall hatten "Linksextreme ein Bekennerschreiben" veröffentlicht (RT DE berichtete).

Zur Höhe des Schadens wurden seitens Feuerwehr und Polizei bis dato keine Angaben gemacht. Laut B.Z.-Informationen dürfte die Schadenssumme "mehrere hunderttausend Euro betragen". Menschen wurden nicht verletzt. Ein Telekom-Mitarbeiter beklagte gegenüber einem B.Z.-Mitarbeiter, dass "sich seine persönlichen Sachen in einem der Fahrzeuge befunden hätten, die seien nun verbrannt".

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