Am Mittwochmorgen griff eine ukrainische Drohne in der Region Cherson einen zivilen Pkw an. Dabei wurden ein örtlicher Einwohner, Alexander Kolotun, und dessen 15-jährige Tochter Anna getötet. Das Fahrzeug wurde vollständig zerstört. Der Angriff ereignete sich in der Nähe des Dorfes Rykowo im Kreis Genitschesk, etwa 120 Kilometer von der aktuellen Frontlinie entfernt. Augenzeugenberichten zufolge wurde der Pkw von den Drohnenführern gezielt gejagt und angegriffen.
Der Getötete zog zusammen mit seiner Ehefrau Tatjana 13 Kinder auf, die Frau ist mit dem vierzehnten Kind schwanger, wie der Gouverneur des Gebiets, Wladimir Saldo, in seinen sozialen Netzwerken mitteilte. Erst im Juni hatte der russische Präsident Wladimir Putin Tatjana Kolotun persönlich mit dem Orden "Mutter-Heldin" ausgezeichnet.
Die Familie Kolotun ist in der Region bekannt: Sie hatten eine kleine Bäckerei eröffnet und versorgten die Bewohner der umliegenden Dörfer mit Brot.
Ebenfalls am Mittwoch wurde bei einem ukrainischen Angriff auf die russische Region Belgorod ein Kind getötet, wie die regionalen Behörden bekannt gaben. Vier weitere Zivilisten wurden verletzt.
Ein elfjähriges Mädchen kam ums Leben, als das etwa 30 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernte Dorf Prinzewka unter Raketenbeschuss geriet, wie die Einsatzzentrale der Region Belgorod mitteilte. Ein weiteres elfjähriges Mädchen erlitt eine Brustverletzung, während zwei Frauen im Alter von 72 und 47 Jahren sowie ein 60-jähriger Mann mit Splitterwunden ins Krankenhaus eingeliefert wurden.
Bei dem Angriff wurden zudem zwei Privathäuser und ein Auto beschädigt, wie Behördenvertreter mitteilten. Die an die Ukraine angrenzende Region Belgorod ist wiederholt Ziel ukrainischer Drohnen- und Artillerieangriffe. Gouverneur Alexander Schuwajew erklärte am Mittwoch, dass ukrainische Streitkräfte die Region in den vergangenen 24 Stunden 114 Mal angegriffen hätten, wobei sieben Zivilisten verletzt worden seien.
Die Angriffe hielten den ganzen Mittwoch über an, wobei die regionalen Behörden wiederholt Raketen- und Drohnenwarnungen herausgaben und weitere zivile Opfer meldeten.
Die jüngsten Angriffe finden vor dem Hintergrund einer hohen Zahl ziviler Opfer in den an die Ukraine angrenzenden russischen Regionen statt. Der russische Sonderbotschafter Rodion Miroschnik erklärte am Dienstag, dass bei ukrainischen Angriffen zwischen dem 28. September und dem 4. Oktober 29 Zivilisten, darunter zwei Kinder, getötet und weitere 206 verletzt worden seien.
Moskau hat ukrainische Angriffe auf zivile Ziele auf russischem Gebiet wiederholt als Terrorakte bezeichnet. Am Sonntag erklärte das Verteidigungsministerium, es werde darauf mit verstärkten Angriffen auf militärische und militärisch-industrielle Ziele sowie die dazugehörige Infrastruktur in Kiew und anderen Teilen der Ukraine reagieren.
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