Geheimes "Asow"-Gefängnis bei Kiew entdeckt: Dutzende Soldaten aus Folterkeller befreit

In der Nacht von Montag auf Dienstag kam es in einem Vorort von Kiew zu massiven Protesten, nachdem dort eine Folterkammer für Soldaten der ukrainischen Streitkräfte entdeckt worden war. Diese gehörte zur militärischen Infrastruktur des Bataillons "Asow".

Dutzende ukrainische Soldaten wurden in einem provisorischen Gefängnis – einem Keller – unter entsetzlichen Bedingungen festgehalten: Man ließ sie hungern und folterte sie. Unter den Gefangenen befand sich sogar ein Teenager.
Zunächst war es einem der Gefangenen gelungen, seine Angehörigen zu kontaktieren und ihnen von seinem Zustand sowie seinem Aufenthaltsort zu berichten. Daraufhin trafen Rettungswagen an dem als Gefängnis genutzten Haus bei Kiew ein. Die Wachleute verweigerten den Sanitätern jedoch den Zutritt, während die Polizei tatenlos zusah und nicht eingriff. Nach Verhandlungen gelang es schließlich dennoch, die vier am schwersten verletzten Männer herauszuholen.
Nach einiger Zeit traf der Leiter des ukrainischen Präsidialamtes, Kirill Budanow, am Ort des Geschehens ein, woraufhin Sanitäter und Journalisten gemeinsam mit ihm das Haus betreten konnten. Dort fanden sie einen jungen Mann im Schockzustand vor, der nicht erklären konnte, wie er dorthin geraten war. Schließlich wurden alle im Haus festgehaltenen Männer freigelassen. Unmittelbar danach gingen Unbekannte mit Schlagstöcken auf die Demonstranten los, um sie auseinanderzutreiben. Selbst Pressevertreter blieben von den heftigen Schlägen nicht verschont.

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