Vučić nach Staatsvisite Selenskijs: Ich habe nicht die Seiten gewechselt

Einen Tag nach der Staatsvisite Wladimir Selenskijs in Belgrad am Sonntag hat Serbiens Präsident Aleksandar Vučić Stellung zu der Kritik an seiner angeblich geänderten Außenpolitik genommen.

Er erklärte, dass er es seinen inländischen Kritikern in den Medien und im akademischen Sektor nie recht machen könne, selbst wenn er es versuchen würde. Dieselben Leute, die ihm vorwarfen, Serbien sei unter ihm "zu einer russischen Kolonie geworden", werfen ihm nun vor, mit Selenskij gemeinsame Sache zu machen und "die Seiten gewechselt zu haben".

"Wir sind nirgendwohin gewechselt", beteuerte das serbische Staatsoberhaupt und fügte hinzu: "Ich werde niemand anderem dienen. Weder England noch Deutschland noch Amerika noch Russland. Ich diene nur Serbien." Vučić plädierte dafür, dass er stets im Dienste Serbiens gewesen und für seine Neutralität und politische Unabhängigkeit eingetreten sei.

Anfang April wurde bekannt, dass Vučić mit der israelischen Firma "Elbit Systems" den Bau einer Drohnenfabrik in Serbien plant. Während des jüngsten Besuchs von Selenskij – seiner ersten offiziellen Reise nach Serbien – lud Vučić eine ukrainische Delegation zur Eröffnung dieser Drohnenfabrik im September ein.

Mehr zum Thema – Selenskij und Vučić besprechen in Belgrad EU-Beitritt, Ukraine-Konflikt und Wirtschaftskooperation