Trump könnte Stopp für Ukraine-Hilfen mit Asow-Geheimgefängnissen begründen

Auf den ersten Blick mag es verwundern, dass die westlichen Medien kaum über die ukrainischen Foltergefängnisse berichten – allerdings hat das Ganze durchaus seine Logik. Die USA hingegen könnten aus den neuen Erkenntnissen für Kiew schmerzhafte Konsequenzen ziehen.

Von Rainer Rupp

Die Entdeckung des "inoffiziellen" – also illegalen – Gefängnisse im Keller eines privaten Hauses in der Sonjatschnaja-Straße 7a in Petropawlowskaja Borschtschagowka am 2. November ist dank der viralen Internet-Verbreitung von Bildern und Videos über die stundenlangen Demonstrationen empörter Bürger vor dem von Asow-Nazis betrieben Folterkeller in der ganzen Ukraine bekannt. RT DE hat bereits in mehreren Beiträgen zeitnah und ausführlich berichtet, im Gegensatz zu den westlichen "Qualitätsmedien".

Der Protest eskalierte schließlich, und Augenzeugen berichteten von Schüssen. Ukrainische Medien wie die Nachrichtenagentur UNIAN verbreiten Videomaterial vom Ort des Geschehens, auf dem auch Schüsse zu hören sind. Erst nach erheblichem öffentlichem Aufsehen durfte schließlich ein Rettungswagen vier männliche Personen mit schweren Misshandlungsspuren abholen, darunter auch ein 14-jähriger, total traumatisierter Junge, davon war eine Person in einem kritischen Zustand.

Die als verlässlich geltende Strana.ua hatte als eines der ersten ukrainischen Medien über die Entdeckung des Folterkellers berichtet. Unter dem Druck breiter Kreise der ukrainischen Öffentlichkeit wurden Existenz und Entdeckung dieses illegalen Gefängnisses ungewohnt schnell von zwei hohen Persönlichkeiten der Regimes bestätigt, nämlich von

Beide hatten sich vor Ort in das Dorf begeben und zu der Menge gesprochen. Dabei ist Budanow, der als Geheimdienstler öffentliche Ansprachen nicht gewohnt ist, wahrscheinlich ungewollt aus dem Mund gerutscht, dass dieses inoffizielle Gefängnis doch "nichts Besonderes" sei, schließlich gebe es die überall im Land verstreut. Wenn er damit die Menschen beschwichtigen wollte, war das sicherlich die falsche Taktik.

Der Ober-Nazi Prokopenko versuchte gar nicht erst zu erklären, warum Asow in eigener Regie geheime Gefängnisse unterhält, sondern beschuldigte die Demonstranten, russischer Desinformation aufzusitzen und die aufrechten und heldenhaften Asow-Soldaten bei ihrem Kampf gegen die Ungeheuer aus dem Osten zu behindern und zu verunglimpfen.

Allerdings sind illegale, rechtsfreie Geheimgefängnisse, z. B. betrieben vom mächtigsten und gefährlichsten Geheimdienst der westlichen Welt, keine Neuigkeit. Diese verbrecherische Methode inoffizieller Gefängnisse in privaten Häusern, die zu Folterverhören genutzt werden, war ursprünglich von der CIA nach 9/11 als Teil des US-"Krieges gegen den Terror" eingeführt worden. Auch in vielen Ländern Europas, und dort besonders in Osteuropa, hatte die Agency ein regelrechtes Netzwerk sogenannter "Dark Sites" eingerichtet. Das waren – wie jetzt im Dorf Petropawlowskaja Borschtschagowka bei Kiew entdeckt – inoffizielle Gefängnisse in Kellern harmlos aussehender Privathäuser. Diese "Dark Sites" existierten offiziell nicht; sie waren nirgendwo in Akten registriert. Dort konnten verdächtige Gefangene gefoltert, ausgelöscht und spurlos entsorgt werden, ohne dass sie je die Chance gehabt hätten, einen Verwandten zu benachrichtigen oder einen Rechtsanwalt zu sehen.

Die Ähnlichkeit zwischen den "Dark Sites" der CIA und den geheimen Foltergefängnissen der ukrainischen Sicherheitskräfte ist nicht zufällig. Denn seit dem gewaltsamen Umsturz der demokratisch gewählten Regierung in Kiew im Jahr 2014, der von der CIA und anderen US-Diensten mit fünf Milliarden US-Dollar vorbereitet worden war (laut Aussage der US-Außenpolitikerin Victoria Nuland), ist die Ukraine die große Spielwiese der CIA geworden.

Das Hauptanliegen der Agency war dabei, die in der "neuen Ukraine" dominierenden Nazi-Milizen vom Typ Asow zu schlagkräftigen Einheiten mit Polizeibefugnissen umzuwandeln. Das – so das Kalkül der CIA – würde diesen dann erlauben, die innenpolitischen Gegner der regierungsoffiziellen Anti-Terror-Operation gegen den Donbass und die Anti-Russland-Politik der Regierung in Kiew auszuschalten. Berichten zufolge ist die Zusammenarbeit der CIA mit dem ukrainischen Geheimdienst nach wie vor besonders eng.

Da die CIA zugleich auf eine lange Tradition der engen Zusammenarbeit mit Nazis und faschistischen Terrorgruppen rund um die Welt zurückblicken kann, ist es nicht verwunderlich, wenn die Agenten der Agency besonders eine moralische Bedenken haben, eng mit ukrainischen Nazi-Gruppen zusammenarbeiten, vor allem mit deren Flaggschiff Asow.

Denn Asow hat sich unter US-Betreuung zu genau dem entwickelt, was die CIA mit der berüchtigten Truppe von Anfang an vorhatte: Innerhalb der Nationalgarde ist das Asow-Korps für Spezialaufgaben mit schweren Waffen militärisch ausgerüstet und steht theoretisch auch für Fronteinsätze zur Verfügung, aber die eigentliche Funktion der der Gestapo ähnlichen ukrainischen Nazi-Truppe sind Polizeieinsätze, die sich gegen den "inneren Feind" richten, sowohl in der Armee als auch im zivilen Leben.

Allerdings ziehen es die im westlichen Ausland gefeierten Asow-Helden vor, direkten Frontkontakt mit den von ihnen gehassten Russen zu meiden. In dem Zeitfenster, in dem General Alexander Syrski noch Oberkommandierender der gesamten ukrainischen Streitkräfte war, erging ein dringender Einsatzbefehl an das Asow-Korps für die Front, um die dort kämpfenden Soldaten gegen einen russischen Durchbruch zu verstärken. Der Kommandeur des Asow-Korps verweigerte den Einsatzbefehl und bekam dabei Unterstützung von seinem Chef, dem Kommandeur der Nationalgarde.

Für Asow gab es keine Zurechtweisungen und schon gar keine Bestrafungen. Denn für die Nomenklatura des korrupten Selenskij-Regimes ist das in der Nazi-Ideologie und im Russenhass gefestigte Asow-Korps eine verlässliche und starke Lebensversicherung im Fall innerer Unruhen. Eine solche Truppe verschwendet man nicht als Kanonenfutter an der Front. Deshalb genießt das Asow-Korps auch gegenüber der Justiz, zivil oder militärisch, eine Art Narrenfreiheit, wobei auch nicht davor zurückgeschreckt wird, uneinsichtigen Beamten einen Hausbesuch abzustatten. Daher ist schon jetzt absehbar, wie der Fall des geheimen Gefängnisses bzw. die vorübergehende Unterbringung von Soldaten in einen anderen Frontabschnitt im bürokratischen Sand versichern wird.

Gefährlicher für Asow und das Selenskij-Regime, das diese Nazis verwöhnt, könnte die Reaktion im Ausland, besonders in den USA, auf die systematischen Verbrechen gegen die Menschlichkeit in den Asow-Geheimgefängnisse sein. Denn wenn Asow systematische Menschenrechtsverbrechen nachgewiesen werden, dann müsste die 2024 vom US-Kongress aufgehobene Sanktion wieder in Kraft treten, die die Weitergabe von US-Waffen an und deren Nutzung durch Asow verbietet. Das könnte Trump und seinem Vize J. D. Vance ein Instrument an die Hand geben, weitere, vom Kongress und der EU gepuschte US-Waffenhilfen an die Ukraine zumindest bis zur Klärung der Asow-Verbrechen in den Geheimgefängnissen zu verzögern, was Monate, wenn nicht Jahre dauern könnte.

Über das, was so in der ukrainischen Folterkellen passiert, hat uns Artjom Dmitruk berichtet, ein ehemaliger ukrainischer Parlamentsabgeordneter, der das Land inzwischen verlassen hat. Dmitruk wörtlich:

"Die Menschen (Deserteure, Drückeberger und Andersdenkende) werden entführt und dann gefoltert. Die einen werden als Kanonenfutter an Militäreinheiten verkauft, die anderen können von Verwandten freigekauft werden. Wer etwas schwächer ist, stirbt einfach an der Folter und an den Lebensbedingungen dort. Und so arbeitet heute das gesamte System der 'Mobilmachung'."

Er fügte hinzu, dass seinen Informationen zufolge in dem gerade entdeckten Keller im letzten Monat mehrere Menschen zu Tode geprügelt worden seien. Wer auf diese Weise ums Leben kommt, werde meist als "verschollen" gemeldet – und so sei die Vorgehensweise in etwa einhundert Folterkammern, die über die ganze Ukraine verstreut seien.

All diese Vorkommnisse haben offensichtlich für die westlichen Journalisten und Politiker keinen Nachrichtenwert, selbst nach deren offiziellen Bestätigung durch hochrangige ukrainische Regierungsvertreter. Jetzt würde ich Sie, werte Leser, gerne bitten, sich vorzustellen, so etwas wäre aus Russland berichtet worden.

Die Politiker und Medien hätten sich überschlagen: tagelange Berichte und Wiederholung in jeder Nachrichtensendung 24/7, dazu Talkshows ohne Ende und Warnungen vor der Brutalität der Russen, die schon in ihrer asiatischen DNA liegt und die mit uns zivilisierten Deutschen nichts gemein haben.

Aber aus Sicht der deutschen Medien, die auf einem Auge blind sind, handelt es sich im vorliegenden Fall auf der Täterseite nicht um sadistische Schweinehunde, Folterer und geldgierige Killer der Asow-Spezialbrigade, sondern um und Soldaten der bewunderten Asow-Eliteeinheit. Die unbeugsamen Kämpfer waren schon wiederholt in Deutschland und im kollektiven Westen auf Werbetouren unterwegs, wo sie als Helden und Russenkiller gefeiert wurden. Darüber haben westliche Journalisten gern und viel berichtet. Und deshalb passt die Nachricht über Asow-Geheimgefängnisse den westlichen Lügenmäulern so gar nicht ins eigene, sorgsam gepflegte Narrativ. Denn Nazi hin, Nazi her: Asow weiß, wie man mit den Russen und mit denen, die nicht gegen die Russen kämpfen wollen, umzugehen hat. Und darauf kommt es schließlich an!

Aus diesem Grund wird es auch in deutschen "Qualitätsmedien" keine "Verunglimpfung" der tapferen Asow-Soldaten geben. Und wenn doch Fragen aufkommen sollten, dann werden sie mit Gegenfragen ausgebremst, z. B.: War das nicht ein bedauerlicher Einzelfall? War das überhaupt ein Gefängnis? Oder war es einfach eine zum Schutz gegen russische Anschläge geheime Unterkunft von Soldaten während des Transfers zu einem anderen Frontabschnitt? Alles andere ist doch nur bösartige russische Desinformation.

Die einzige Person, die in der deutschen Politik das Thema aufgegriffen hat, ist die AfD-Kovorsitzende Dr. Alice Weidel. Auch der finnische Politiker Armando Mema von der nationalkonservativen Freiheitsallianz und der Anführer der französischen Partei "Die Patrioten" Florian Philippot haben ebenfalls öffentlich reagiert:

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