Am 12. und 13. Oktober 2026 wird in der polnischen Hauptstadt das Warschauer Sicherheitsforum (WSF) ausgetragen. Dort tauschen sich hochrangige Vertreter aus Politik, Militär, Wirtschaft und Wissenschaft über aktuelle sicherheitspolitische Entwicklungen aus. Im Zentrum der diesjährigen Diskussion stehen die europäische Sicherheit sowie die Rolle der nordischen und baltischen Staaten.
Gleich am ersten Tag des Events hat der Ständige US-Vertreter bei der NATO Matthew Whitaker es auf den Punkt gebracht: Europa hat nicht die allerhöchste Sicherheitspriorität für die Regierung von US-Präsident Donald Trump. Dem US-Juristen zufolge rangiert die Alte Welt im Ranking der Sicherheitsprioritäten der USA lediglich auf Platz vier – nach der Sicherheit der USA selbst, der westlichen Hemisphäre und des Pazifikraums. Gleichzeitig betonte Whitaker mit Blick auf die europäischen Verbündeten:
"Die USA machen keinen Schritt zurück. Wir bitten euch einfach darum, einen Schritt nach vorne zu machen, um auf das gleiche Niveau wie die USA zu kommen, um genau so viel zu investieren, wie wir es in den letzten 77 Jahren getan haben und um glaubwürdig in Bezug auf eure Fähigkeiten zu sein."
In diesem Zusammenhang sagte der US-Vertreter bei der NATO, dass Investitionen in den Sicherheitsbereich eine wahre Antriebskraft für das Wirtschaftswachstum seien. Aber in den letzten mehr als 20 Jahren hätten viele Länder es versäumt, ihre Rüstungsindustrie, Technologien und die Produktion von Gütern mit doppeltem Verwendungszweck weiterzuentwickeln. Somit regte er die europäischen NATO-Mitglieder dazu an, mehr eigene Rüstungsgüter herzustellen:
"Die USA brauchen Freunde mit Produktionsfähigkeiten."
Diese Forderung begründete Whitaker damit, dass die Verteidigungsausgaben der USA im laufenden Jahr bis zu 1,5 Billionen US-Dollar erreichen könnten. Daher wäre die US-Rüstungsindustrie mit Aufträgen für die US-Streitkräfte voll ausgelastet, was den Rüstungsexport an Abnehmer im Ausland einschränken würde. Wenn die USA auf eine leistungsstärkere Rüstungsproduktion in Europa und somit auf eine wahre transatlantische Verteidigungsindustrie rechnen könnten, gäbe es auch ein enormes Wirtschaftswachstum.
Infolge ihres bewaffneten Konflikts mit Iran hatten die USA zuvor in diesem Jahr den Verkauf und die Auslieferung von Waffen sogar an ihre europäischen NATO-Verbündeten reduziert. Mangel entstand in erster Linie an kritisch wichtigen Waffen wie Tomahawk-Marschflugkörpern, Patriot-Abfangraketen und Projektilen für HIMARS- Artilleriesysteme. Die Situation löste in Europa große Besorgnis aus, da die Auffüllung von Arsenalen in den USA bei einigen Waffentypen bis zu 42 Monate andauern könnte. Vor diesem Hintergrund begannen einige EU-Länder, ihre Sicherheitsstrategie zu überdenken.
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