Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk hat Deutschland aufgefordert, auf eine strafrechtliche Verfolgung der Verdächtigen im Zusammenhang mit der Sprengung der Nord-Stream-Pipelines zu verzichten. Der polnische Sender TVP World zitiert Tusk:
"Deutschland sollte auf keinen Fall diejenigen strafrechtlich verfolgen, die in einer Situation, in der ihr Land angegriffen wurde, die eine oder andere Handlung vornehmen."
Tusk erklärte gegenüber Journalisten zudem, Polen habe sich von Anfang an gegen das Projekt Nord Stream 2 ausgesprochen und alles in seiner Macht Stehende getan, um dessen Bau zu verhindern, da es die Abhängigkeit Europas von russischer Energie vertiefen würde. Deutschland habe Tusk zufolge damals eine ganz andere Meinung gehabt. Als das Land sie geändert habe, sei es bereits zu spät gewesen. Der polnische Ministerpräsident fügte hinzu:
"Ich werde meine Meinung dazu nicht ändern, und ich bin der Ansicht, dass sich diejenigen schämen sollten, die diese Pipeline gebaut haben, und nicht diejenigen, die sie außer Betrieb gesetzt haben."
Am 19. August wurde in Kroatien der ukrainische Staatsbürger Wladimir S. festgenommen, den Deutschland verdächtigt, an der Sprengung von Nord Stream beteiligt gewesen zu sein. Nach Angaben der deutschen Staatsanwaltschaft gehörte der professionelle Taucher zu einer Gruppe, die im September 2022 Sprengsätze an den Gaspipelines nahe der Insel Bornholm angebracht hatte.
Im August 2025 wurde in Italien der Ukrainer Sergei K. festgenommen, den die deutsche Staatsanwaltschaft beschuldigt, eine an der Sprengung von Nord Stream beteiligte Gruppe angeführt zu haben. Im Herbst wurde er nach Deutschland ausgeliefert. Den Ermittlungen zufolge nutzte die Gruppe die Segelyacht "Andromeda" für den Sabotageakt.
Die Sprengung der Nord-Stream-Pipelines ereignete sich im September 2022. Der russische Inlandsgeheimdienst FSB stufte den Vorfall als Akt des internationalen Terrorismus ein.
Im Juli 2026 erklärte der Pressesprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, die EU-Staaten sollten die Beteiligung Kiews an der Sprengung der Gaspipelines bei der Diskussion über die Aussichten auf eine EU-Mitgliedschaft der Ukraine berücksichtigen.
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