Medien: USA kontaktieren Revolutionsgarde unter Umgehung iranischer Unterhändler

Da Zweifel an der Befugnis der iranischen Unterhändler bestanden, kontaktierte Washington den irakisch-kurdischen Politiker Nidschirfan Barzani, berichtet Axios. Er benutzte dann den direkten Zugang zu der Revolutionsgarde und erfuhr ihre Position.

Laut einem Bericht der Publikation Axios sind US-Beamte im Mai in Kontakt mit Vertretern der Islamischen Revolutionsgarde (IRGC) getreten. Grund dafür seien Bedenken gewesen, ob die iranischen Unterhändler zu Entscheidungen über Krieg und Frieden befugt seien.

Als Vermittler habe Nidschirfan Barzani agiert, der Präsident der Autonomen Region Kurdistan im Irak. Er genieße laut Axios das Vertrauen sowohl der US-amerikanischen Führung als auch der Revolutionsgarde. Wie Brett McGurk, Ex-Nahost-Berater für vier US-Präsidenten, gegenüber der Publikation betonte, kenne Barzani fast jeden in Teheran, genau wie in Washington. Er sei der Mann, den man in Krisenzeiten anrufe.

Anfang Mai glaubte Washington, kurz vor einer Einigung zu stehen, Iran verzögerte jedoch seine Antwort um mehr als zehn Tage, hieß es im Bericht weiter. US-Unterhändler sollen vermutet haben, dass die iranischen Vertreter, nämlich Parlamentssprecher Mohammad Bagher Ghalibaf und Außenminister Abbas Araghtschi, über keine Befugnis verfügten, Abkommen zu schließen. Darüber hinaus könnten ihre Entscheidungen von der Revolutionsgarde blockiert werden.

Die ehemalige US-Geheimdienstdirektorin Tulsi Gabbard habe mit Zustimmung der Präsidenten und Vizepräsidenten Barzani angerufen, um herauszufinden, ob der IRGC-Oberbefehlshaber General Ahmad Vahidi die erzielten Vereinbarungen unterstütze. Anschließend habe Barzani auf einem Gespräch mit Vahidi bestanden und die Unterstützung des Generals per Telefon bestätigt bekommen. Der Iraner soll zudem nach Axios-Angaben betont haben:

"Das ist auch die Position der Revolutionsgarde. Wir ziehen es vor, diese Krise durch Verhandlungen zu lösen."

Diese Informationen habe Barzani umgehend an Gabbard weitergeleitet.

Ferner habe die US-Regierung Barzani gebeten, geheime Gespräche zwischen den USA und Iran in Erbil, der Hauptstadt des irakischen Kurdistan, zu organisieren. Die Iraner sollen die Möglichkeit zwar nicht ausgeschlossen, aber befürchtet haben, dass Israel mit seinem weitreichenden Agentennetzwerk in Kurdistan einen Mordanschlag versuchen würde. Das Treffen sei nicht zustande gekommen.

Im Juni hatten die USA und Iran eine Absichtserklärung zur Vereinbarung eines Waffenstillstands unterzeichnet. Dieser hielt jedoch nur wenige Wochen. Teheran erklärte, dass Washington die Absichtserklärung verletzte.

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