US-Delegation wird erneut zu Iran-Gesprächen nach Pakistan reisen – zeitgleich droht Trump Teheran

Trump kündigt neue Iran-Gespräche in Islamabad an. Eine US-Delegation ist bereits unterwegs. Zugleich wirft er Teheran Verstöße gegen die Waffenruhe vor und droht mit massiven Angriffen. Die Lage im Nahen Osten bleibt angespannt.

US-Präsident Donald Trump hat eine neue Verhandlungsrunde mit Iran angekündigt. Laut RIA Nowosti ist bereits eine amerikanische Delegation auf dem Weg nach Islamabad. Die Gespräche sollen am Abend des 20. April stattfinden. Trump erklärte auf Truth Social:

"Meine Vertreter reisen nach Islamabad, Pakistan. Sie werden dort morgen Abend zu Verhandlungen sein."

Gleichzeitig erhob er schwere Vorwürfe gegen Teheran. Iran habe den Waffenstillstand verletzt und Schiffe im Persischen Golf beschossen. Dabei habe es sich unter anderem um ein französisches und ein britisches Schiff gehandelt.

Der US-Präsident betonte, er hoffe weiterhin auf eine Einigung. Zugleich verschärfte er den Ton deutlich. Für den Fall eines Scheiterns drohte er damit, "alle Kraftwerke und Brücken in Iran" zu zerstören.

Neue Gespräche nach gescheiterter erster Runde

Die geplanten Verhandlungen sind Teil eines erneuten diplomatischen Anlaufs. Eine erste Gesprächsrunde in Islamabad war zuvor ohne Ergebnis geblieben. Dennoch sehen Vermittler laut Reuters Fortschritte bei einzelnen Punkten, insbesondere im Zusammenhang mit dem iranischen Atomprogramm und der Kontrolle strategischer Seewege. 

Laut New York Post sollen der Sondergesandte Steve Witkoff und Jared Kushner an den Gesprächen teilnehmen. Vizepräsident J. D. Vance, der die erste Runde mitgeleitet hatte, wird dieses Mal nicht erwartet. Pakistan spielt dabei eine zentrale Vermittlerrolle. Die Gespräche finden bewusst in Islamabad statt, um den direkten Kontakt zwischen Washington und Teheran zu erleichtern

Waffenruhe unter Druck

Beide Seiten hatten am 8. April eine zweiwöchige Waffenruhe vereinbart. Diese droht jedoch zu scheitern. Beide Seiten werfen sich gegenseitig Verstöße vor. Im Zentrum der Spannungen steht die Straße von Hormus. Der strategisch wichtige Seeweg bleibt ein zentraler Streitpunkt. Iran hatte zwischenzeitlich Einschränkungen verhängt und später wieder verschärft, wie The Guardian berichtet.

Teheran erklärte zugleich, neue US-Vorschläge prüfen zu wollen. Gleichzeitig warnte die Führung, eine fortgesetzte Seeblockade durch die USA werde als Bruch der Vereinbarungen gewertet.

Eskalation im Nahen Osten

Seit Ende Februar hat sich der Konflikt erheblich ausgeweitet. Neben den USA und Iran sind auch Israel sowie die libanesische Bewegung Hezbollah involviert. Iran führte wiederholt Angriffe gegen Ziele in der Region durch. Mehrere Staaten im Nahen Osten – darunter Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate – reagierten mit scharfer Kritik und Drohungen.

Parallel dazu wächst der internationale Druck auf beide Seiten. Nach Angaben von Reuters warnen Beobachter, dass ohne rasche Fortschritte in Islamabad eine Wiederaufnahme der Kampfhandlungen droht. 

Diplomatie unter Zeitdruck

Hinter den Kulissen finden intensive Gespräche statt. Die Vermittler versuchen, vor Ablauf der Waffenruhe eine Einigung zu erzielen. Laut diplomatischen Quellen sind "rund 80 Prozent" der Verhandlungen bereits abgeschlossenZentrale Streitpunkte blieben jedoch ungelöst, wie Turkiye Today berichtet.

Trump selbst zeigt sich nach außen hin optimistisch. Gleichzeitig setzt er auf maximale Druckmittel, was den Ausgang der Gespräche offen lässt. Ob die neue Runde in Islamabad einen Durchbruch bringt oder die Eskalation weiter vorantreibt, dürfte sich in den kommenden Tagen entscheiden.

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