Merz: "Würde meine Kinder derzeit nicht in die USA schicken"

Das Verhältnis zwischen Friedrich Merz und Donald Trump scheint nicht einfach. Zuletzt erklärte Trump nach einem Spruch von Merz, er wolle 5.000 US-Soldaten aus Deutschland abziehen. Merz leistete Abbitte. Und schon schafft er einen neuen Grund dazu.

Auf dem Katholikentag in Würzburg erklärte Bundeskanzler Friedrich Merz in einem Gespräch, er sei "ein großer Bewunderer Amerikas"; aber "meine Bewunderung nimmt im Augenblick nicht zu".

Dabei fuhr er fort: "Ich würde meinen Kindern heute nicht empfehlen, in die USA zu gehen, dort ausgebildet zu werden und dort zu arbeiten, einfach weil sich dort plötzlich ein gesellschaftliches Klima entwickelt hat."

Das gesellschaftliche Klima, das er meint, bezieht sich allerdings nicht auf Zeltreihen Obdachloser, die Fentanyl-Problematik oder Probleme mit illegaler Einwanderung. "Die Frage, was gut ausgebildete Menschen erreichen können, die ist bis vor Jahr und Tag in Amerika noch ganz anders beantwortet worden als heute", meinte er. Heute hätten "die Bestausgebildeten in Amerika große Schwierigkeiten, einen Job zu finden".

"Merz legt mit Kritik an Amerika nach", titelte dazu der Tagesspiegel, und "Merz brüskiert Trump erneut", schrieb T-Online. Hintergrund ist, dass Merz erst vor Kurzem erklärt hatte, die USA seien von Iran gedemütigt worden; eine Aussage, die US-Präsident Donald Trump entsprechend verärgert kommentierte: Es sei kein Wunder, "dass es Deutschland so schlecht geht, sowohl wirtschaftlich als auch in anderer Hinsicht".

Um das auszubügeln, hatte Merz gerade erst – während Trumps Rückflug aus China – in einem Telefonat mit dem US-Präsidenten betont, wie wichtig ihm die Nähe zu den USA sei.

In einem Kommentar zu dieser Nachricht wurde dann passend auf ein kurzes Video der oben zitierten Aussage verwiesen und gefragt: "Hat Donald Trump schon dieses Video gesehen?"

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