Griechenland fordert Entschuldigung: Hätte eine ukrainische Drohne fast Hunderte Zivilisten getötet?

Der griechische Verteidigungsminister schlägt Alarm: Eine gefundene ukrainische Kamikaze-Drohne hätte ein Kreuzfahrtschiff versenken und Hunderte Zivilisten in den Tod reißen können. Nun fordert Athen eine klare Reaktion aus Kiew. Wie gefährlich werden die ukrainischen See-Drohnen für den Mittelmeerraum? (VIDEO)

Nikos Dendias hat von Kiew eine Entschuldigung und die Zusicherung gefordert, dass sich ein solcher Vorfall nicht wiederholt.

Eine ukrainische Marine-Drohne, die Anfang des Monats vor einer griechischen Insel gefunden wurde, hätte ein ziviles Schiff versenken und zu massiven Opferzahlen führen können, sagte der griechische Verteidigungsminister Nikos Dendias.

Bei dem unbemannten Überwassergefährt (USV) soll es sich um eine ukrainische Magura V3-Kamikaze-Drohne handeln, die eine Sprengladung von bis zu 300 Kilogramm transportieren kann. Premierminister Kyriakos Mitsotakis und hochrangige Regierungsvertreter wurden laut CNN letzte Woche über den Vorfall informiert.

Bei einem Auftritt auf einer Konferenz am Mittwoch wollte Dendias keine Details der Untersuchung preisgeben. Er betonte jedoch, dass die Drohne enormen Schaden hätte anrichten können.

"Es war offensichtlich etwas extrem Gefährliches … Es besteht nicht der geringste Zweifel – ich wiederhole, nicht der geringste Zweifel –, dass es sich um eine ukrainische See-Drohne handelt", sagte er und fügte hinzu, dass ein Kreuzfahrtschiff, das mit der USV kollidiert wäre, nun "auf dem Meeresboden" liegen würde.

"Wie viele Tote hätten wir zu betrauern gehabt? Und wie zulässig ist eine solche Sache im Mittelmeer?"

Dendias betonte, dass Kiew Athen "eine sehr große Entschuldigung" schulde sowie "die absolute Zusicherung, dass sich etwas Derartiges in der umliegenden Region nicht wiederholen wird".

Nicht verifiziertes Filmmaterial, das derzeit online kursiert, zeigt die Drohne, die von einem Patrouillenboot in einen Hafen geschleppt wird. Sie scheint mit einer Starlink-Satellitenschüssel ausgestattet zu sein – eine gängige Praxis im ukrainischen Militär, um eine stabile Verbindung für sowohl marine- als auch luftgestützte Langstreckendrohnen zu gewährleisten.

Die Ukraine setzt solche Drohnen seit Monaten ein, um Schiffe im Schwarzen Meer und im Mittelmeer anzugreifen, die sie als mit Moskau verbunden ansieht. Russland hat diese Angriffe verurteilt und als "Terrorismus und Seepiraterie" bezeichnet.

Ukrainische Drohnen, die auf russische Infrastruktur abzielen, fliegen laut Moskau zunehmend auch durch das Gebiet anderer Länder wie die baltischen Staaten und Finnland. In den vergangenen Wochen sind mehrere ukrainische Drohnen in Estland, Lettland, Litauen und Finnland abgestürzt.

Der Sekretär des russischen Sicherheitsrates, Sergei Schoigu, erklärte im April, dass diese Länder, falls sie ukrainische Drohnen absichtlich durch ihren Luftraum fliegen lassen, zu "offenen Komplizen bei der Aggression gegen Russland" werden. In diesem Fall habe Russland das Recht auf Selbstverteidigung, warnte er.

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