EU genehmigt Industriestrompreis

Die EU hat den Weg für einen Industriestrompreis in Deutschland freigemacht und ein Förderprogramm über 3,8 Milliarden Euro genehmigt. Energieintensive Unternehmen sollen damit bei hohen Stromkosten entlastet werden, um Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und eine Abwanderung der Produktion zu verhindern.

Die Europäische Union hat die Einführung eines staatlich gestützten Industriestrompreises in Deutschland genehmigt. Damit ist der Weg frei für ein Förderprogramm im Umfang von rund 3,8 Milliarden Euro, das energieintensive Unternehmen bei den Stromkosten entlasten soll.

Die Regelung gilt rückwirkend ab dem 1. Januar 2026 und ist bis Ende 2028 befristet. Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie zu sichern und eine Abwanderung von Produktion in Länder mit günstigeren Energiepreisen zu verhindern. Zugleich soll der Umbau hin zu klimafreundlicher Produktion beschleunigt werden.

Das Modell sieht vor, dass Unternehmen weiterhin einen Mindeststrompreis von 50 Euro pro Megawattstunde zahlen. Liegen die Marktpreise darüber, übernimmt der Staat einen Teil der Mehrkosten. Besonders profitieren sollen energieintensive Branchen wie Chemie, Metall und Zement, die im internationalen Wettbewerb unter Druck stehen.

Die Auszahlung der Hilfen erfolgt nicht automatisch. Unternehmen müssen jährlich Anträge stellen, die sich am tatsächlichen Stromverbrauch sowie den durchschnittlichen Großhandelspreisen orientieren.

Die EU knüpft die Förderung an klare Auflagen. So müssen mindestens 50 Prozent der erhaltenen Mittel in Effizienzsteigerungen, Modernisierung oder Dekarbonisierung investiert werden. Eine Ausweitung des Einsatzes fossiler Energien ist ausgeschlossen.

Das Programm ist Teil des europäischen "Clean Industrial Deal". Neben Deutschland wurden auch Bulgarien und Slowenien kleinere Beihilferegelungen genehmigt.

Mit der Entscheidung aus Brüssel kann die Bundesregierung das bereits vorbereitete Modell nun umsetzen. Aus Regierungskreisen heißt es, der Schritt sei ein wichtiges Signal zur Stärkung des Industriestandorts Europa in Zeiten hoher Energiepreise.

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