USA erklären ihre Militärpräsenz im Irak für beendet

Nach zwölf Jahren ist der US-Einsatz gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" im Irak zu Ende. Am Mittwoch haben die letzten US-Soldaten den Nahoststaat verlassen. Dem Pentagon zufolge trägt ab jetzt die Regierung in Bagdad die Hauptverantwortung für die Sicherheit im Land.

Washington und seine Verbündeten im Rahmen der internationalen Mission "Inherent Resolve" (auf Deutsch "Natürliche Entschlossenheit") haben an diesem Mittwoch ihre Truppenpräsenz im Irak für beendet erklärt. Dieser Militäreinsatz gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" dauerte zwölf Jahre. Nach Angaben des US-Kriegsministeriums verließen die letzten US-Soldaten den Luftstützpunkt Erbil. In einer entsprechenden Mitteilung des Pentagons hieß es:

"Dieser Meilenstein spiegelt den Erfolg einer zwölfjährigen Kampagne wider, durch die der 'Islamische Staat' als organisierte militärische Bedrohung im Irak und in der gesamten Region besiegt wurde."

Die Regierung in Bagdad trage jetzt die Hauptverantwortung für die Bewältigung der sicherheitspolitischen Herausforderungen im Land, teilte das Pentagon weiter mit. Dazu zählten der Umgang mit den verbliebenen IS-Strukturen und proiranischen Milizen.

Die irakische Regierung hatte den vollständigen Abzug der US-Truppen bereits am Sonntag vermeldet. In den letzten Jahren waren nach US-Angaben rund 2.500 US-Soldaten im Irak stationiert. Sie verblieben noch in Erbil, an einem Stützpunkt in der Nähe des Flughafens von Bagdad und im Regierungsviertel der Hauptstadt.

Es handelte sich um den zweiten Abzug der US-Truppen aus dem Irak in diesem Jahrhundert, nachdem die USA im Jahr 2003 mit Verbündeten trotz heftiger internationaler Kritik im Nahoststaat einmarschiert waren, um den damaligen Staatschef Saddam Hussein zu stürzen. Die Regierung von US-Präsident George W. Bush begründete die Invasion damit, dass die Führung in Bagdad Massenvernichtungswaffen anstrebe, was sich später als falsch herausstellte. Im Jahr 2011 zogen die USA ihre Truppen aus dem Irak zurück. Drei Jahre später kam es aber zu einer neuen Militäroperation – diesmal gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat". An dem Einsatz war seit 2015 auch die Bundeswehr beteiligt – unter anderem mit der Ausbildung von Soldaten. Im Jahr 2020 forderte der Irak die USA auf, ihre Truppen aus dem Land abzuziehen. Der Abzug wurde aber erst vier Jahre später unter der Regierung von US-Präsident Joe Biden vereinbart.

Während ihrer mehr als zwei Jahrzehnte umfassenden Militärpräsenz im Irak verloren die USA schätzungsweise 4.500 Soldaten. Zuletzt wurde ein US-Soldat im Irak in diesem Juli getötet.

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