Südafrika stellt paviansichere Mülltonnen auf

Die ersten 2.200 Müllcontainer werden Mitte September auf der Kap-Halbinsel verteilt werden. Unter anderem damit sollen die Probleme gelöst werden, die die Bewohner von Kapstadt seit Jahren mit Pavianen haben, die in Wohngebiete eindringen.

In Kapstadt und Umgebung gibt es seit Jahren zunehmend Probleme mit Pavianen. Die Wildtierhorden haben jede Scheu vor Menschen verloren. Früher wurden sie oft von Touristen gefüttert. Inzwischen dringen sie in Wohngebiete ein, brechen in Häuser und Restaurants ein, stehlen Lebensmittel aus Supermärkten und durchwühlen Mülltonnen.

Bisher gibt es eine Art Pavian-Polizei, die versucht, die Tiere mit Paintball-Gewehren und Farbkugeln zu verscheuchen. In den betroffenen Gegenden müssen derzeit Türen und Fenster stark gesichert werden, will man eine Verwüstung der Wohnung verhindern. Nach jahrelangen Debatten wird nun ein mehrteiliger Plan umgesetzt, der das Problem unter Kontrolle bringen soll.

Die ersten 2.200 von 6.000 verschließbaren, paviansicheren Mülltonnen werden ab Mitte September 2026 die wichtigsten Gebiete auf der südafrikanischen Kap-Halbinsel erreichen, während ein nördliches Zaunprojekt noch auf die letzten Genehmigungen aus Umweltschutz und Verwaltung wartet.

Die gemeinsame Arbeitsgruppe der Kap-Halbinsel für das Pavianmanagement (CPBMJTT), die aus SANParks, CapeNature und der Stadt Kapstadt besteht, sagte, die Auslieferung werde sich anfänglich auf die Gebiete konzentrieren, aus denen am häufigsten von Pavianaktivitäten und Konflikten mit Anwohnern berichtet wurde.

Die ersten Gebiete, die die neuen Mülltonnen erhalten werden, sind Plateau Road, Castle Rock, Heron Park, Murdoch Valley South, De Oude Weg, Da Gama, Capri, Welcome Glen, Scarborough, Tokai East und Fir Grove. Simon's Town ist kein Teil der ersten Auslieferung, weil für die Pavianhorden aus Seaforth und Waterfall eine Umsiedlung in den geplanten städtischen Wildtierpark geplant ist. Vorbereitungen für einen Grenzzaun im Norden der Halbinsel von Zwaanswyk bis Constantia Nek laufen.

Laut CPBMJTT soll der Prozess noch im September beginnen, nachdem die Prüflisten zur Umwelt und die Zustimmungen der Verwaltung abgearbeitet sind. Die Arbeitsgruppe erklärte, der Zaun solle Paviane daran hindern, in städtische Gebiete und auf Ackerland im Norden der Halbinsel einzudringen, und gleichzeitig 250 Pavianen eine sichere Heimat bieten.

Zwischen sieben Winzern an der Grenze zum Table Mountain Nationalpark im Constantia Valley, der Kap-Pavian-Partnerschaft und der Stadt wurde eine Absichtserklärung unterzeichnet. Diese Übereinkunft teilt die Verantwortung für Errichtung, Wartung und den langfristigen Betrieb des Zauns zu. Die Landbesitzer und die Kap-Pavian-Partnerschaft werden sich die Bau- und Verbesserungskosten teilen, während die Stadt einen einmaligen Zuschuss von 10 Millionen Rand (5,4 Millionen Euro) zugesagt hat.

Die CPBMJTT erklärte, der Bau werde etwa sechs Monate dauern, sofern alles nach Plan verlaufe. Sobald der Zaun fertiggestellt sei, wollen Ranger die beiden Horden ermutigen, sich in Richtung der Berge zu bewegen, und die Horden weiterhin überwachen und am Zaun patrouillieren.

Der Zaun ist ein Teil des beschlossenen strategischen Pavianmanagementplans der Kap-Halbinsel und soll eine klarere Grenze zwischen dem Table Mountain Nationalpark und nahegelegenen Landwirtschafts- und Wohnanlagen schaffen.

Die Kap-Pavian-Partnerschaft hat einen erfahrenen Wildschutzmanager engagiert, und in den vergangenen zwei Monaten haben Betroffene, Umweltschutzgruppen und Anwohner die Anlage besichtigt.

Ein Forschungsprojekt der Universität Swansea, das auch die Horde in Da Gama mit einbezog, endete am 21. August. Die Studie erprobte nicht-invasive Methoden unter Einsatz von Gerüchen, Geräuschen und Bildern, um zu untersuchen, wie Paviane auf simulierte Risiken reagieren. Die Halsbänder, die während des Versuchs genutzt wurden, waren so gebaut, dass sie sich automatisch lösten, und wurden nun eingesammelt. Die Daten werden gerade analysiert und die Ergebnisse sollen veröffentlicht werden, sobald die Studie vollständig ist.

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